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Alles Übungssache – Training mit dem Tagebuch

Kennst Du Stand-up Meetings? Das sind kurze Besprechungen, um sich innerhalb eines Teams auf dem Laufenden zu halten und aktuelle Aufgaben zu bereden. Jeder erzählt, welche Projekte und Aufgaben ihn aktuell beschäftigen. Die Schwierigkeit dabei ist, zu vermeiden, sich in Details zu verlieren. Schnell kann die Besprechung zu langwierig werden. Um die Besprechung möglichst effektiv zu gestalten, sollten gleichzeitig alle relevanten Informationen gesagt werden und dabei nichts unter den Tisch fallen. Doch egal, ob es sich um ein Stand-up Meeting handelt, um das Gespräch mit Freunden oder um Präsentationen vor Publikum – um nicht zu langweilen und dennoch relevante Inhalte zu vermitteln, sind Fähigkeiten gefragt, die jeder ganz einfach mit einem Tagebuch trainieren kann:

Reflektion

Was hat den Tag für Dich zu einem schönen Tag gemacht? Welche Begegnungen hast Du besonders interessant gefunden? Wie hat Dir das Essen geschmeckt? – Mit solchen einfachen Fragen trainierst Du, Erlebnisse zu reflektieren. Du ordnest sie ein, beurteilst sie und sprichst ihnen eine Bedeutung zu. Wenn Du Dir diese Fragen beim Schreiben eines Tagebuch-Eintrags stellst, übst Du zu reflektieren.

Fokus

Mit Deinem Tagebuch trainierst Du, Dich auf das Wichtigste zu fokussieren, wenn Du beim Verfassen Deiner Einträge Deine Erlebnisse auf eine bestimmte Anzahl reduzierst: Welche drei Dinge haben Dich heute glücklich gemacht? Nenne drei Dinge, die Verbesserungspotential haben. Beschreibe nur das eindrücklichste Erlebnis. So reduzierst Du Dich auf das Wesentliche, lernst aus Deinen Erlebnissen auszuwählen und Dich auf das Wichtigste zu fokussieren.

Wortwahl

Beschreibe Deine Erlebnisse mit treffenden Worten. Um Dich in Deiner Wortwahl zu üben, kannst Du beim Verfassen eines Tagebuch-Eintrags Dir folgende Frage stellen: Welche drei Worte beschreiben den Tag am besten? Nimm Dir dazu Zeit und überlege genau. Wenn Dir nicht die passenden Worte einfallen, kannst Du zur Unterstützung ein Verzeichnis mit Synonymen durchsehen. So bekommst Du Inspiration und lernst, die ganze Vielfalt der Worte zu nutzen.

Wortfluss

Abgehakte Sätze erschweren das Zuhören und das Lesen. Versuche stattdessen in Deinen persönlichen Rede- und Schreibfluss zu kommen. Vielleicht nimmst Du Dir zuerst ein Blatt Papier, auf dem Du Deine Erlebnisse herunter schreibst, wie sie Dir gerade in den Sinn kommen. Schreibe also, als würdest Du jemandem etwas erzählen und denke dabei an keinerlei Übungen und Regeln. Danach überarbeitest Deinen Text und überdenkst, ob Du Deine Worte treffend gewählt hast oder ob Du Worte austauschen möchtest. 

Empathie

Hast Du Dir schon mal überlegt, dass Du Dein Tagebuch gar nicht aus Deiner Perspektive schreiben müsstest, sondern auch die einer anderen Person einnehmen könntest? So lernst Du Dich in andere Personen hineinzuversetzen und zu entscheiden, was für sie wichtig ist. Wenn Du das trainierst, kannst Du bei Besprechungen und Präsentationen besser auf Deine Zuhörer eingehen. Schreibe doch also mal einen Tagebuch-Eintrag über eine Person, über die Du Dich geärgert hast. Dann kannst Du ihr Verhalten versuchen, zu verstehen und es einordnen. Vielleicht kannst Du dann darüber lachen, anstatt Dich zu ärgern.